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Europabild im Generationenvergleich

Europa und die Zukunft der EU: neue Forschungsergebnisse aus unserem generationlab

  • Das generationlab des Instituts für Jugendkulturforschung hat die EU-Ratspräsidentschaft zum Anlass genommen, sich mit dem Europabild von Jung und Alt näher zu beschäftigen.

 


 

Wie sieht die Generation Y, die in und mit der EU aufwuchs und nichts anderes kennt als ein vereintes Europa, die EU? Und worin unterscheidet sich ihr Europabild von dem der Generation 60+? Welche Chancen verbinden Jung und Alt mit der EU? Wo gibt es aus ihrer Sicht Probleme? Und: Wie stehen junge und ältere ÖsterreicherInnen zur europäischen Idee? generationlab focus group insights, ein Eigenprojekt des Instituts für Jugendkulturforschung, liefert Antworten.

Lesen Sie hier Schlüsselergebnisse im Überblick:

Sinnlose Regulierungen, Frieden und Wohlstand, Risiken, Krisenszenarien, Möglichkeiten des Reisens, berufliche Mobilität, Verschuldung, kultureller Austausch – all das ist Teil des Europabildes der ÖsterreicherInnen. Das Verhältnis zur Europäischen Union ist, wie generationlab focus group insights zeigen, sowohl in der Generation Y also auch bei SeniorInnen der Generation 60+ ambivalent.

  • In der Bewertung der EU ist der persönliche Nutzen eines der wichtigsten Bewertungskriterien, und zwar sowohl bei Jung als auch bei Alt. Vor allem in den bildungsnahen Milieus werden Mobilitätschancen (Reisefreiheit, Bildungsmobilität) sowie die hohe Lebensqualität als sehr positiv erlebt.
  • Aus einer abstrakteren europapolitischen Perspektive ist das Verhältnis von institutioneller Ebene und Gesellschaft Thema. Der Eindruck, die EU sei in der Krise, ist bei Jung und Alt präsent. Zugleich werden aber auch die Notwendigkeit bzw. „Unverzichtbarkeit“ der EU und die Relevanz der europäischen Idee in Bezug auf Frieden, Austausch und Gemeinschaft betont.
  • Probleme der EU werden von jungen Erwachsenen und der Generation 60+ unterschiedlich wahrgenommen. Die Sorgen der jungen Erwachsenen beziehen sich vor allem auf zukünftige Entwicklungen der Europäischen Union, also die Frage: „Wie geht es weiter?“ Die SeniorInnen kritisieren hingegen den Ist-Zustand: Visionslosigkeit der EU-Politik ist ein großes Thema in den Bildungsschichten; in der Gruppe „60+ mit niedriger und mittlerer Bildung“ sorgen hingegen die Migrations- und Fiskalpolitik für Unbehagen.
  • Mit der EU verbundene Chancen werden generationenübergreifend insbesondere in den Bildungsschichten gesehen: Junge Erwachsene und SeniorInnen mit höherer Bildung artikulieren Wertschätzung der Europäischen Union als Friedensprojekt. Auch auf die Bedeutung der EU im Hinblick auf Lösungen komplexer Probleme, die auf nationalstaatlicher Ebene nicht gelöst werden können, wird hingewiesen. Anknüpfungspunkte für eine gemeinsame „europäische Identität“ finden sich bei den bildungsnahen SeniorInnen alles in allem deutlich stärker als bei den bildungsnahen jungen Erwachsenen der Generation Y. Das Bild von Europa und der EU bleibt bei den Jungen also selbst in den Bildungseliten widersprüchlich.

 

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